Jürgen H. und ich möchten
unter 3:45 finishen.

Bereits nach wenigen Kilo-
metern wird mir klar, dass
ich sein Tempo nicht durch-
halten kann, lasse mich
zurückfallen und ver-
suche, meinen Rhyth-
mus zu finden.

Von nun an laufe ich
nur noch nach Gefühl.
Außer meinen Lauf-
klamotten habe ich
nichts dabei. Als
Zeitkontrolle muss
ein Blick pro Runde
auf die Uhr im Ziel-
bogen genügen.

Ich laufe fast so schnell wie
ich kann, aber gerade noch
langsam genug, um die
Natur auf Deutschlands
einziger Hochseeinsel mit
allen Sinnen tief in mich
einsaugen zu können.
Als ich in der zweiten
Runde in den Flow
gerate, weil alles so
gut läuft, intensiviert
sich die Wahrnehmung.

Der Regen in der Nacht
hat aus den Pusteblumen,
die unzählige weiße Tupfen
im satten Grün des Ober-
landes bilden, fremdartige
Skulpturen gemacht.

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