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Westerwaldlauf 2004 |
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| [Vergrößerung der Fotos durch Mausklick!] 20. Mai 2004: Zum ersten Mal seit dem 1. Ultra-Weltkulturerbe-Rheintal-Lauf am 27. September 2003 tritt der Nicht-Verein "Clan von Rengsdorf" (Jürgen H. aus Hardert, Bruno S. aus Winterthur und ich) wieder komplett zu einem Ultralauf an. Wir möchten gemeinsam ins Ziel kommen und den Lauf entspannt und ohne Zeitdruck angehen. Jürgen H. und ich sind noch in der Erholungsphase vom Helgoland-Marathon, den wir vor 12 Tagen jeweils in persönlicher Bestzeit gelaufen sind. Bruno möchte in 23 Tagen den 100-Kilometer-Lauf in Biel finishen.
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Eine Besonderheit des Westerwaldlaufs ist der jährlich wechselnde Streckenverlauf. Fünf verschiedene Routen, die sich jeweils kaum überscheiden, sind amtlich vermessen. Jeder Kilometer ist markiert. Dieses Jahr geht es gleich nach dem Start auf einem schmalen Pfad steil hinunter zum Engelsbach. Ich bin seit Helgoland nicht gelaufen und werde nun gleich mit so schönen Eindrücken überflutet. |
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![]() In den Engelsbach mündet bald der
Birzenbach, an dem es sanft bergauf geht. Dieses Jahr müssen
wir nur gut halb so viele Höhenmeter laufen wie 2003.
Bis auf wenige Streckenabschnitte, die an Blumenwiesen
vorbei führen, laufen wir im schattigen Wald. Bei der im
Laufe der Stunden merklich ansteigenden Temperatur wissen
wir das zu schätzen. |
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Unmittelbar vor dem zweiten
Verpflegungsposten ruht ein Aurorafalter-Männchen auf
einer Brennnessel und lässt sich von meiner Kamera nicht
stören. Seit Wochen versuche ich bereits in der Mainzer
Gegend, diese scheue Weißlings-Art zu erwischen, hatte
aber noch nicht das Glück wie heute.Während dieser kurzen Fotopause holen uns Conny Bullig und der Steppenhahn ein. Wir laufen ein Stück zu fünft weiter, lassen die beiden aber bald ziehen, weil sie viel zu schnell für uns sind. |
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![]() Wenn gerade keine Kamera auf uns
gerichtet ist, nutzen wir die meisten Steigungen für
Gehpausen. Nach dem dritten Verpflegungsstand geht ein
Helfer extra mit meiner Kamera ein Stück voraus, um uns
bei der Überquerung des Daufenbachs zu fotografieren.
Wenige Minuten später mündet dieser in die Wied. Beim
Verlassen des Wiedtals hatten wir letztes Jahr eine lange
Steigung zu bewältigen. Dieses Jahr sind wir in kurzer
Zeit wieder oben auf den Westerwaldhöhen. |
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Dort habe ich in einer
Stelle im Wald, auf der die Sonne und das Blätterdach
ein kleinflächiges Mosaik von Licht und Schatten
zaubern, das große Glück, ein Waldbrettspiel zu
entdecken, ohne es aufzuscheuchen. Es ist ein Männchen,
das sich eine sonnige Sitzwarte ausgesucht hat, um vorüberfliegende
Weibchen abzufangen. Jürgen H. und Bruno sehen gelassen
über meine vielen Schmetterlings-Fotopausen hinweg. |
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Nachdem wir die Autobahn und die ICE-Strecke
bei km 38,5 überquert haben, kommen wir bei km 41 noch
einmal ganz dicht daran vorbei. Der Hang neben den
Bahngleisen ist mit Ginster bewachsen und kontrastiert so
stark mit den dunklen Nadelbäumen, dass meine Kamera
dies kaum einfangen kann.Der Rest der Strecke ist einfach - für Jürgen H. anscheinend zu einfach, denn er wird übermütig, tänzelt vor Bruno und mir auf dem Weg herum, läuft manchmal rückwärts und sieht so aus, als ob er gerade zu einem kleinen Regenerationsläufchen gestartet ist. Einmal verlässt er sogar die offizielle Strecke, um den kurzen, besonders steilen Weg zu nehmen, auf dem er im Training für den Helgoland-Marathon den vom Unterland aufs Oberland führenden Millstätter Weg (Düsenjäger) simuliert hat. Für diese eigenmächtige Streckenänderung brummen Bruno und ich ihm zwei Strafminuten auf, indem wir hinterlisterweise 6:01 Stunden in unsere Urkunden eintragen lassen, während Jürgen 6:03 angibt. |
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Wir sind mit seiner Frau um 14:00 Uhr im
Rengsdorfer Schwimmbad verabredet und kommen fast pünktlich
an. Sie versorgt uns umgehend mit einem Power Drink zur
Auffüllung unserer restlos entleerten Leber-Alkogenspeicher.
Beim Blick auf das Etikett müssen wir an den
Westerwaldlauf 2003 denken, als es noch nicht wie dieses
Jahr kohlensäurefreies Wasser gab, so dass wir den Wildsäuen
nach jedem Verpflegungsstand akustisch Konkurrenz machten.Wenn sich der Westerwaldlauf 2005 nicht mit Helgoland überschneidet, werde ich wiederkommen. Herzlichen Dank an die Organisatoren und an die Helferinnen und Helfer an den Verpflegungsstellen! |
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Jürgen Rodeland, 20. Mai 2004 |
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