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Wassermusik V:
Von Schweinehunden
und dem Bock zum Laufen

Lauf vom Fähranleger Budenheim zur Katharinenkirche in Oppenheim
am 18. April 2004
für
Wolfgang Gräfs Projekt "Run down River Rhine"

zum Bericht

   
 

Streckenlänge: 29,5 km
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Die Overlay-Datei ist in den TOP-50-CD-ROMS
"Hessen" und "Rheinland-Pfalz" verwendbar

 
   
  Der Kartenausschnitt stammt aus der CD-ROM "TOP 50 Rheinland-Pfalz/Saarland", Version 3.0 2001. Die CD-ROM ist im Buchhandel (ISBN 3-89637-336-6) erhältlich. Die Verwendung des Kartenausschnittes auf dieser Internet-Seite dient rein privaten, nicht kommerziellen Interessen. Ich gehe davon aus, hiermit nicht gegen das Copyright des Herausgebers (Daten: Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz, Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen Saarland, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie; Software: Dornier GmbH) zu verstoßen, zumal diese Internet-Seite vielleicht einige Leser zum Kauf der CD-ROM motiviert. Mein Exemplar der CD-ROM leihe ich prinzipiell nicht aus, und ich brenne keine Raubkopien; entsprechende E-Mail-Anfragen werden nicht beantwortet. Sollten seitens des Copyright-Inhabers Bedenken gegen diese Online-Veröffentlichung bestehen, bitte ich um Nachricht per E-Mail. Ich werde in diesem Fall die Karte umgehend entfernen.  


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  Als vierten Langen Lauf in meiner direkten Vorbereitung für den Helgoland-Marathon nehme ich mir zusammen mit Wolfgang Gräf die Strecke Budenheim - Oppenheim vor, immer am Rhein entlang.

Wir treffen uns um 11:00 Uhr am Budenheimer Fähranleger. Wolfgangs Fahrradbegleiter Arnold, der sich schon bei unserem Nachtultralauf von Mainz auf den Großen Feldberg im Taunus bewährt hat, ist auch dabei.

 
 
 
 

HALT

"Umschlag gefährdender flüssiger
Stoffe ..."

Zu viel Wasser ist gefährlich! Mancher Läufer, der das Trinken übertrieben und nicht an eine ausreichende Kochsalz-
zufuhr gedacht hat, soll daran gestorben sein.

 
   
  Fünf Minuten nach elf laufen wir los. Zu meiner Überraschung geht der Weg sofort am Rhein entlang; ich hatte mich darauf eingestellt, zunächst eine Fabrik umlaufen zu müssen.

Entgegen unserer sonstigen Gewohnheit, beim Laufen die Unterhaltung auf das Nötigste zu beschränken, quasseln wir fast pausenlos. Ich nehme hiermit alle bisherigen Macho-Sprüche à la "Ein Mann, ein Wort. Eine Frau, ein Wörterbuch" zurück ;-)

 
   
   
     
  An einem Storchennest in den Rheinauen zwischen Budenheim und der Schiersteiner Autobahnbrücke legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Wenig später erreichen wir das Mainzer Industriehafengebiet, in dem wir an der Straße entlanglaufen müssen. Bei der ersten Möglichkeit biegen wir nach links ab, um wieder ans Rheinufer zu kommen.

Die Sonne schleudert erbarmungslos ihre brennenden Strahlen auf uns, und der Wind bläst unbarmherzig von vorn. Zum Glück haben sich Wolfgang und auch Arnold auf dem Rad mit langer Bekleidung gegen das Wetter geschützt.

 
 
 
  Der Schweinehund kläfft uns an und möchte uns zum Aufgeben verleiten, aber als Ultraläufer ignorieren wir den Schmerz und kämpfen uns vorwärts. Auf der Mainzer Rheinprome-
nade trainieren auffällig mehr Läufer als sonst, denn in drei Wochen fällt der Startschuss zum Mainzer Gutenberg-
Marathon.
   
 
  Wir bemühen uns, mit gutem Beispiel voranzugehen und verschärfen unser Tempo. Erst an der Eisenbahnbrücke nehmen wir es wieder etwas zurück.

Nun folgt ein besonders eintöniger Streckenabschnitt, zuerst durch das bei Mainz-Marathon-Teilnehmern berüchtigte Weisenau - eine nicht enden wollende Gerade -, dann nach Unterquerung der Weisenauer Autobahnbrücke auf einem holprigen Leinpfad, dessen schnurgerade Linie sich am Horizont im Dunst verliert.

 
 
 
Wieder meldet sich der Schweinehund. Natürlich hören wir nicht auf ihn.

Ein bisschen Motivation schöpfen wir aus dem mehrfachen Überholen einer Gruppe von Fahrrad-
fahrern.

 
 
   
  Nachdem wir diesen mörderischen Streckenabschnitt hinter uns gebracht haben, versperrt die geschlossene Eisenbahnschranke im Süden von Nackenheim den Weg.  
   
   
   
  Wolfgangs Schläfen pochen; sein Kopf muss ihm vorkommen wie in einer Schraubzwinge. Als erfahrener Ultraläufer wird er auch damit fertig und fischt seine Trinkblase aus Arnolds Satteltaschen.  
   
   
   
  Nach dem Bahnübergang eine herbe Enttäuschung: Die Strecke bleibt eintönig. Endlose Monokulturen!  
   
   
   
  Zum dritten Mal schlägt der Schweinehund zu. Mit der Kraft der Verzweiflung wird er niedergemetzelt.  
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  Weiter geht es Richtung Nierstein. Unzählige Bumps* zehren an unseren Kräften ...  
   
  Herzlichen Dank an Jürgen Hoffmann für den Hinweis, dass in diesem Schweinehund noch viele Klappmesser unserer Vorgänger stecken.  
   
  ... und beschwören zum vierten Mal das nervenzerreißende Geheul des Schweinehunds. Wir lassen uns nicht beirren und laufen weiter.  
   
   
   
  Allmählich rückt das Ziel in greifbare Nähe. Wir sehen den Niersteiner Kirchturm, und von Nierstein nach Oppenheim sind es nur noch ein paar Kilometer.

Wir nähern uns aber auch der bei Marathonläufern gefürchteten 30-Kilometer-Marke, an der die letzten Glykogenreserven in den Muskeln verbraucht sind.

 
 
 
Allein der Gedanke daran lässt uns erschauern, und der Schweinehund schneidet seine Grimassen dazu.  
 
   
  In Nierstein entfernen wir uns ein Stück vom Rhein, um unser Laufabenteuer mit Höhenmetern zu krönen.  
   
   
   
  Es kommt, wie es kommen musste. Der Mann mit dem Hammer schlägt zu. Wolfgang ringt ihn nieder ...  
   
   
   
  ... und gibt bei dieser Gelegenheit gleich noch dem Schweinehund den Rest.  
   
   
   
  Der Weg wird immer steiler. Zum Schluss stellen sich sogar noch Treppen in unseren Weg. Völlig ausgepumpt erreichen wir die Oppenheimer Katharinenkirche. 14:05 Uhr. Wir sind am Ziel!  
   
   
   
  Wir sind erleichtert, dass wir unsere eiserne Ration (selbstverständlich mit hohem glykämischen Index) nicht angegriffen haben, und füllen jetzt unsere Glykogenspeicher damit auf.  
   
   
   
  Wolfgang sinkt erschöpft auf eine Bank.  
   
   
   
  Was für ein Glück, dass wir Bock zum Laufen haben, sonst hätten wir diese Herausforderung nicht bewältigt.
 
   
 

* Bumps: Kleine Hügel in der Straße, die harmlos wirken, aber Ultraläufern die letzte Kraft rauben [weiter im Text].

Jürgen Rodeland, 18. April 2004

 
 

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